Die Tonaufnahme: Antipop, Abstand zum Mikrofon und dessen Neigung.(120 Mal gelesen)

Abstand zum Mikrofon
Nehmen wir an, wir verfügen über einen idealen, großzügigen Proberaum, der akustisch nach dem neuesten Stand der Technik sorgfältig behandelt wurde; stellen wir uns vor, wir platzieren ein Mikrofon an einer idealen Stelle in diesem Raum, nahe der Mitte, aber nicht genau dort; auf diese Weise lässt sich eine neutrale und angenehme akustische Färbung erzielen, die vom Raum selbst hervorgerufen wird.
In diesem Fall ist es möglich, das Mikrofon sogar deutlich weiter vom Mund des Sängers entfernt zu platzieren, und zwar bis zu einer Entfernung von 50 cm, was einige positive Auswirkungen hat, darunter:
- Verringerung der Ausprägung der härteren Konsonanten, die dadurch “abgerundeter” und natürlicher klingen
- vollständige Beseitigung von Luftturbulenzen
- nahezu vollständige Beseitigung des Nahfeld-Effekts, der sich in einer fortschreitenden tonalen Betonung der tiefen Frequenzen äußert
- stärkere Ausprägung der Resonanzen im Kopf-, Hals- und Brustbereich des Sängers, die der Stimme einen noch natürlicheren Klang verleihen
- Gefühl von Weite rund um die Quelle
Es versteht sich von selbst, dass es in kleinen Aufnahmestudios und bei unvollständiger oder unzureichender akustischer Korrektur dieser Räume ratsam ist, dass der Sänger näher am Mikrofon positioniert wird, um den negativen Einfluss der Raumreflexionen so gering wie möglich zu halten.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass der ideale Abstand in gewisser Weise bei etwa 50 cm liegt, während der kleinste brauchbare Abstand nicht weniger als 10 cm betragen sollte.
In den meisten Anwendungsfällen in professionellen Tonstudios ist ein Abstand zwischen 20 und 30 cm die beste Wahl, während es in Heimstudios mit unzureichender Akustik erforderlich sein könnte, den Abstand auf die Hälfte (10 – 15 cm) zu verringern.
Mit der Verdopplung des Abstands nimmt der Schalldruck am Mikrofon ab, sodass wir den Verstärkungsgrad des Vorverstärkers erhöhen müssen (um etwa 6 dB). Dazu müssen das Mikrofon und der Vorverstärker ausreichend rauscharm sein, insbesondere bei der Aufnahme von leisen Stimmquellen (mit geringer Lautstärke) oder bei relativ hohen Umgebungsgeräuschen.
Bei den feinsten Klängen spielt auch die Empfindlichkeit eines Mikrofons eine wichtige Rolle: Ein Mikrofon mit geringer Empfindlichkeit ist möglicherweise nicht in der Lage, die dynamischen und klanglichen Details mit ausreichender Präzision einzufangen.
Neigung des Mikrofons
Um das Auftreten von detonanten und blasenden Konsonanten zu verringern, ist es oft ratsam, das Mikrofon entsprechend zu neigen. In diesem Fall sollte die Kapsel etwa auf Höhe der Nase positioniert und mit einer Neigung von etwa 20° oder 30° auf den Mund gerichtet werden (siehe folgende Abbildung). Diese Neigung ist besonders empfehlenswert, wenn das Mikrofon sehr nah am Sprecher positioniert ist (10–20 cm), während sie bei zunehmender Entfernung davon (ab 30 cm und darüber hinaus) an Bedeutung verlieren würde.
Antipop und elastische Halterung
Auch die Verwendung einer Anti-Hämorrhoiden-Strumpf (siehe Abbildung) ist besonders empfehlenswert, um das Auftreten von detonanten und blasenden Konsonanten zu vermeiden, und kann auch in Kombination mit der Neigung verwendet werden des oben genannten Mikrofons. Der Poppschutz dient auch als Schutzvorrichtung für das Mikrofon, da er es vor Feuchtigkeit schützt, die durch kleine, vom Sänger ungewollt ausgestoßene “Speichelspritzer” verursacht wird. Wie bei der Neigung ist auch die Verwendung des Poppschutzes bei sehr naher Position (15–20 cm), während sie mit zunehmender Entfernung (30 cm und mehr) zunehmend an Bedeutung verliert. Ein weiteres empfehlenswertes Element ist die elastische Schwingungsdämpfungshalterung (siehe nebenstehende Abbildung), die es ermöglicht, das Mikrofon weitgehend von den auf den Mikrofonständer und den Boden übertragenen Schwingungen zu isolieren; ihre Verwendung gewinnt an Bedeutung, wenn ein hoher Verstärkungswert im Vorverstärker eingestellt ist.
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