Gospel Chops: Nur ein Trend oder ein echter neuer Stil?(77 Mal gelesen)


In regelmäßigen Abständen gibt es musikalische Strömungen, die das Gleichgewicht der Gewohnheiten verändern. Die afroamerikanischen Gemeinschaften, die sich seit vielen Generationen regelmäßig in den Kirchen treffen, um in großen Gruppen sowohl a cappella als auch mit Bandbegleitung zu singen, strahlen eine unbändige Energie aus, Zahlreiche herausragende Persönlichkeiten der Weltmusik sind dort groß geworden, wie die großartige Aretha Franklin, um nur eine der repräsentativsten Stimmen des Soul zu nennen.

Die Musiker, die die Sänger begleiten – insbesondere die Schlagzeuger –, haben die traditionellen Schlagzeug-Grundtechniken weiterentwickelt, zu denen Sticking (Kombinationen aus abwechselnden Einzel- und Doppelschlägen) und lineare Phrasen (Kombinationen von Schlägen mit Händen und Füßen) – soweit nichts Neues –, aber sie haben diese auf exponentielle Weise weiterentwickelt und so eine regelrechte Sprache oder, wenn man so will, einen neuen Stil geschaffen. Man nennt sie “Gospel Chops”. Ich beziehe mich auf jene neuen Modelle hypertechnischer Schlagzeugkunst, die manchmal an Zirkuskunst grenzen; natürlich hat all dies in einer Welt, in der Geschwindigkeit vorherrscht, vor allem bei jungen Schlagzeugern großen Anklang.

Schon der Lehrer Gary Chaffee von der Berklee School in Boston https://www.youtube.com/watch?v=XFqTm61bEzA Vor mehr als vierzig Jahren verfasste er eine Reihe bahnbrechender Bücher https://www.garychaffee.com/booksdvds In denen er sich eingehend mit der Anwendung dieser Technik befasste, sind diese Bücher mittlerweile fester Bestandteil des Lehrplans aller Schlagzeugschulen und dienten sicherlich auch den Schlagzeugern von „Gospel Chops“ als Nachschlagewerke,
https://www.youtube.com/watch?v=KFMMcEuYoaQ.

Da es sich um einen technisch sehr “auffälligen” Schlagzeugstil handelt, wird er oft genutzt, um in Online-Videos das eigene technische Können zur Schau zu stellen, was jedoch manchmal in eine sich selbst bedienende, repetitive Übung ausartet, bei der der musikalische Inhalt vernachlässigt wird.

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