African DNA: zwischen binären und ternären rhythmischen Strukturen(65 Mal gelesen)


AFRIKANISCHE DNA

Zwischen binären und ternären rhythmischen Strukturen


Die Anfänge

Afrikas kultureller Aufschwung begann mit der Musik.

Als die Afrikaner die Küsten jenseits des Ozeans erreichten, drückten sie sich durch Rhythmus, Gesang und Körpersprache aus.

Nach einer anfänglichen Zwangslage fanden die alte Kultur und ihre festen Traditionen im Laufe der Zeit wieder ihren rechtmäßigen Platz in der westlichen Gesellschaft, bereicherten diese und entfalteten eine so starke energetische Kraft, dass sie die Sitten des Gastlandes veränderten.

Die Afrikaner tanzen, aber nicht zum Zeitvertreib wie die Besucher von Diskotheken; es ist ein echtes Bedürfnis, das Rhythmus, den Wechsel der Akzente und Polyrhythmik erfordert, die eng mit den Tanzschritten und der inneren Bedeutung jedes einzelnen der zahlreichen rhythmischen Muster verbunden sind.

Die Familie der “Griots”, beliebte Perkussionisten aus dem Senegal, versammelte die Menschen in den Dörfern mit ihren Trommelklängen und hielt sie über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden; sie waren so etwas wie Ausrufer.

Die USA, Brasilien und die Karibik sind das unbestreitbare Beispiel für den Wandel, der sich nach dem Eintreffen der afrikanischen Kultur in diesen Ländern vollzogen hat: der Jazz, der Samba und alle afro-kubanischen Rhythmen.

Die Einflüsse

Die heutige Welt ist ohne den Einfluss dieser Musik kaum vorstellbar. George Gershwin war trotz seiner klassischen Ausbildung buchstäblich vom Blues fasziniert, sodass er die allseits bekannte “Rhapsody in Blue” sowie viele andere berühmte Kompositionen für das Musical „Porgy and Bess“ und „Summertime“ schrieb, um nur einige zu nennen, die später zu Standards wurden, die von Jazzmusikern gespielt werden.

Zweier- und Dreiertakte

Um genauer auf die rhythmischen Figuren und das “Binäre und Ternäre” einzugehen: Ternäre Rhythmen sind die charakteristische Grundlage der afroamerikanischen Musik; das Zusammenspiel mit binären Figuren erzeugt eine “polyrhythmische Welle”, die ungewöhnlich und zugleich faszinierend ist.

Es liegt im Ermessen des Interpreten, ob er sich eher auf die eine oder auf die andere der beiden Gestaltungen konzentriert; dies ist nicht nur eine mathematische, sondern auch eine interpretatorische Frage.

Der große Peter Erskine sagte einmal während einer Meisterklasse, dass der Rhythmus des Samba ein wenig so sei, als würde man gleichzeitig zwei Bands in zwei verschiedenen Räumen hören, wobei die eine einen Shuffle (im Dreiertakt) und die andere einen Rock-Song (im Zweiertakt) spiele.


Typischer Rhythmus des Samba der “Batucada“, dem Percussion-Ensemble der Karnevalsschulen

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